Im November wird es immer ungemütlich. Aber dieses Jahr kommt mit der...
Dieses Modell nutzt auch die Psychiatrische Klinik Lüneburg gemeinnützige GmbH (PK Lüneburg): Sie hat ihre komplette Wärmeerzeugung für 20 Jahre an Urbana übertragen. Seit 1. Januar 2010 ist die Energiedienstgesellschaft für die zur PK Lüneburg gehörenden Wärmeerzeugungsanlagen der Gebäude zuständig. Der Vorteil für die Klinik: kein Sanierungsstau bei fehlenden finanziellen Mitteln. Und nicht zuletzt die Möglichkeit, sich mit den eigenen Kapazitäten stärker auf die Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Konkret bedeutet das: Urbana optimiert die Wärmeerzeugungsanlagen und sorgt mit der laufenden Betreuung dafür, dass die Prozesse ständig verbessert werden. „Ökologische Energieeffizienz ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher hat uns das umweltfreundliche Konzept von Urbana in der öffentlichen Ausschreibung sofort überzeugt“, erklärt Christoph Behrends, Leiter Technik und Einkauf Gesundheitsholding Lüneburg GmbH, warum die Wahl auf den Hamburger Contractor gefallen ist.
Ist-Zustand analysieren und verbessern
Gleich zu Beginn hat Urbana das Heizwerk und die unterirdische Fernwärmetrasse zu den 37 Gebäuden geprüft und genau analysiert. Das Ergebnis: Die mit Heizöl und Erdgas betriebene Kesselanlage war veraltet und gab keine optimale Leistung. Die Energiekosten waren dementsprechend hoch, die Anlage war zum Beispiel bei Steuerung, Brenner, Kessel und Hydraulik sanierungsreif. Auch die Netzhydraulik musste angepasst werden, um eine bessere Auskühlung und Minderung der Netzverluste zu erzielen. Von Juni bis Oktober 2010 wurde das Heizwerk daher bei laufendem Betrieb umgebaut: Zwei alte Kessel wurden demontiert, ein Bestandsbrenner von stufigen auf modularen Betrieb umgebaut. Beim Bestandskessel wurde zudem ein Abgaswärmetauscher nachgerüstet. Gleichzeitig wurde die Anlage um einen gasbetriebenen Brennwertkessel mit einer Leistung von 2,5 Megawatt erweitert und ein Biomethan-Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Pufferspeicher installiert. Der Umbau der Heizwerkhydraulik sowie der Aufbau einer digitalen Heizwerksteuerung tragen nun zum wirtschaftlichen und ökologischen Betrieb von Kesselanlage und Biomethan-BHKW bei. 1,1 Millionen Euro hat Urbana in die Modernisierung der Wärmeversorgung investiert. Die Technik erfüllt damit das für Neubauten geltende EEWärmeG auch für Bestandsgebäude. Das BImSchG-Verfahren ist bereits abgeschlossen, die Anlage behördlich abgenommen.
Ökonomisch und ökologisch sinnvoll
Vor allem das neue (BHKW) begeistert: Es wird ausschließlich mit Biomethan betrieben und reduziert damit den CO2-Ausstoß um mehr als 1.000 Tonnen pro Jahr bei einem jährlichen Energiebedarf von zirka 12.000 MWh. Die Kraft-Wärme-Kopplung – die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme – zahlt sich für die PK Lüneburg gleich doppelt aus: Da mehr als 40 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs aus regenerativer Energie gedeckt werden, ist die Klinik unabhängiger von fossilen Energieträgern und schont die Umwelt. Die PK Lüneburg profitiert zudem vom Contracting-Modell, denn sie verfügt nun ohne eigenen Kapitaleinsatz über eine moderne und effiziente Wärmeerzeugung sowie ein besseres Energiecontrolling. Das Gute daran: Die Wärmeversorgung ist gesichert, und die PK Lüneburg muss sich um nichts mehr kümmern. Denn im Wärmepreis sind der Betrieb der Anlage sowie Instandsetzung und Kundendienst für die nächsten 20 Jahre enthalten. "Ökonomische und ökologische Ziele erreicht", resümiert Behrends. "Wir sind mit dem Energiekonzept sehr zufrieden."